Grünes Idyll im Erfurter Norden

Die Sonnenblumen blühen mit der Kapuzinerkresse um die Wette, reife Tomaten leuchten rot unter dem Blattgrün hervor und der Imker steht in voller Montur bereit. Mitten im Erfurter Norden, in der Mittelhäuser Straße 101 findet sich ein Idyll, das man angesichts der Dichte des Straßenverkehrs wenige Meter entfernt nicht vermutet. Der Gemeinschaftsgarten, bewirtschaftet von Freiwilligen, von Interessenten, von denen, den Balkongestaltung nicht ausreicht und die die Nähe zur Natur suchen. Urban gardening liegt nicht nur einfach im Trend, sondern scheint ein Urbedürfnis zu erfüllen. Und das kann jeder, der einfach nur Lust hat mitzumachen.

Das mehrere tausend Quadratmeter große Areal in städtischem Besitz wird vom Verein Naturfreundejugend betreut. Das Projekt Gemeinschaftsgarten beinhaltet jedoch nicht nur gemeinsames Gärtnern, sondern geht weit darüber hinaus. Seit 2008 gibt es eine Abenteuerwiese, auf der umweltpädagogische Aktivitäten und Ferienspiel stattfanden. Vandalismus verhinderte die Fortführung des Projektes, doch seine Initiatoren gründeten daraufhin den Gemeinschaftsgarten – offen für alle soll er soziale Anliegen ebenso befördern wie umweltpolitische: Keine Chemie, wenig Wasser, wenig Ressourcenverbrauch. So sind die Beete auch auf Interaktion zwischen den Pflanzen angelegt. Ein Insektenhotel und und das Bienenprojekt komplettieren den Garten.

All das ließen sich gestern Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, und Landtagsabgeordnete Karola Stange ausführlich erklären. Birgit Keller machte Station im Gemeinschaftsgarten im Zuge ihrer Sommertour. „Ein tolles Kleinod in der Stadt, das geeignet ist, um verloren gegangene Dinge jungen Menschen und Kindern wieder nahezubringen.“, lobte sie das Projekt. Und sie warb für „grüne“ Berufe. Dies brauchten mehr Popularität , sonst habe man bald keine Gärtner oder Landwirte mehr. Der allgegenwärtige Fachkräftemangel trete besonders stark in der Landwirtschaft zutage, so die Ministerin. Und sie ergänzte, man müsse Kindern, die in der Stadt aufwachsen, den Weg zu Natur ebnen. Auch Unterstützung versprach sie, sie wisse, ein Rasenmäher werde benötigt.

Willkommen im Gemeinschaftsgarten sind Anwohner und Interessenten. Melden kann man sich bei Naturfreundejugend Thüringen in der Magdeburger Allee 11. Weitere Infos im netz unter www.naturfreundejugend-thueringen.de

Autor: B. Köhler Fotos: B. Köhler

Selbst ausgebildete Gärtnerin, lässt sich Karola Stange über das Bienenprojekt unterrichten.

David Rolfs engagiert sich für den Gemeinschaftsgarten und die vielen involvierten sozialen Projekte.

Birgit Keller beim Abfüllen frisch geschleuderten Honigs

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