Geologische Besonderheit – ‚Rote Wand'

Geologische Besonderheit jetzt frei zugänglich und beschildert

Am Samstag wurde nach einer umfassenden Ufersäuberungsaktion in Gispersleben die ‚Rote Wand‘ frei zugänglich gemacht und eine Informationstafel feierlich enthüllt. Die ‚Rote Wand’ ist eine besondere geologischen Felsformation und ein Naturdenkmal. Mitten in dieser ebenen Auenlandschaft entlang der Gera ragt sie unvermittelt empor bis in eine Höhe von zwölf Metern mit einer Ausdehnung von rund 100 Metern. 

Die Farbe der Steilwand resultiert aus rotem Tonmergel und Tonsilit, Ablagerungen aus der Zeit des Mittleren Keupers vor etwa 225 Millionen Jahren. Sie wurden in einer ebenen Senke abgelagert, die große Teile des heutigen Mitteleuropas umfasste – dem Germanischen Becken. Aufgrund der Kontinentaldrift hätte Gispersleben damals zwischen dem 30. und dem 35. nördlichen Breitengrad gelegen, dies entspräche in etwa der heutigen Lage von Syrien oder dem Irak. Das Klima war subtropisch und sehr trocken, der Fachbegriff dafür lautet arid. In den teils abflusslosen Wüstenseen wurden neben tonigen und siltigen Sedimenten auch Gipsschichten abgelagert. Nur kurzzeitig erreichte ein aus Norden kommender Fluss das Gebiet und lagerte Schilfsandstein ab. Insbesondere dessen tonige Überflutungssedimente bildeten den Rohstoff für die Herstellung von Ziegelsteinen und damit für die Entstehung großer Ziegelwerke im zentralen Thüringer Becken, wie z. B. gleich nordöstlich von Gispersleben am Nordhang des Roten Berges. Auch Erfurt wurde teilweise auf Sedimenten des Mittleren Keupers errichtet. 

Die Rote Wand befindet sich an einer Flussbiegung der Gera. Gegen sie prallt das Wasser und das lässt das Gestein erodieren, ganz besonders bei Hochwasser. Dieses eindrucksvolle Schauspiel und die sonst selten zu beobachtenden Gesteinsschichten waren Grund genug, die Rote Wand seit 2004 als Naturdenkmal zu schützen. Die Uferwand ist zudem ein besonders geschütztes Eisvogelbruthabitat und befindet sich im geschützten Landschaftsbestandteil der Geraaue Gispersleben. 

Die Flusslandschaft der Gera zu schützen, zu entwickeln, auch Fehlentwicklungen vergangener Jahrzehnte zu korrigieren, hat sich die Initiative Geraaue zur Aufgabe gemacht. Landschafts- und Stadtentwicklung gehen Hand in Hand. Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), der die ökologische Gewässerentwicklung und der Hochwasserschutz obliegen, die Stadt Erfurt, die die Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklung im Zuge der Bundesgartenschau 2021 nutzt, und die Wohnungsbaugenossenschaft Zukunft, deren Wohngebäude in einigen Bereichen an die Uferlandschaft angrenzen und die eine attraktive Gestaltung des Wohnumfeldes für Zehntausende Erfurter unterstützt, leisten dafür einen unverzichtbaren Beitrag.

Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg, WBG Zukunft, fotolia


Silke Wuttke, Sprecherin des Vorstandes der WBG Zukunft und Initiatorin zur Pflege und Erhaltung der Geraaue begrüsst die Gäste und ...


enthüllt die Informationstafel zur ‚Roten Wand‘.

Ortsteilbürgermeisterin Anita Pietsch, WBG-Vorstandssprecherin Silke Wuttke und Marcel Glebe von der TLUG vor der neuen Informationstafel.

Drei Seiten Informationen zur ‚Roten Wand‘ in der Gisperslebener Geraaue

Die ‚Rote Wand‘ ist auch Bruthabitat für Eisvögel.

Aufräume auch im Fluss, der viel Müll mit sich führt – sogar Fahrräder wurden in der Gera ‚entsorgt‘.

Das Ergebnis macht sprachlos.

Fleißige Aufräumer – Uferfege mit dem Team der WBG Zukunft, der DIZ und Freiwilligen. Moralische Unterstützung gab’s vom Maskottchen der WBG Zukunft – Zwerg Erno.

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