Minigärten in der Magdeburger Allee

Urban Gardening – das Gärtnern in der Stadt ist ein anhaltender weltweiter Trend. In vielen Metropolen werden Nischen, Dächer und Brachen genutzt, um Obst und Gemüse anzubauen und allen zugänglich zu machen. Seit 2017 nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss geht das nun auch in Erfurt unter dem Motto ‚Essbare Stadt‘. An sechs Standorten wurden insgesamt 16 Hochbeete aufgestellt. Im Erfurter Norden in der Magdeburger Allee und in der Geschwister-Scholl-Straße. Grundsätzlich ist das Projekt aber so angelegt, dass alle Erfurter und Erfurterinnen sich beteiligen, etwas Essbares in die Hochbeete pflanzen und am Ende auch ernten können.

Für die Hochbeete wurde eine technisch interessante Variante entwickelt. Es wurden große Wassertanks auf einer Palette positioniert. Der von einem Metallgitter umschlossene Kunststofftank wurde aufgeschnitten und von Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes befüllt, damit sie bepflanzt werden konnten. Zuerst wurde eine Schicht aus grobem Kies ohne Feinanteile eingefüllt, darauf ein Vlies gelegt. Anschließend wurde Häckselgut vom Baum- und Strauchschnitt Erfurter Grünanlagen verwendet. Diese Schicht dient als Drainage. Als folgende Schicht wurden ca. 20 cm Kompost eingefüllt und als Abschluss noch einmal 20 cm Premiumerde. Im fertigen Zustand wurden sie an die vorbereiteten Standorte transportiert und mit einer Holzverkleidung versehen.

„Es ist immer noch Erntezeit“, sagt Christiane Mock, Patin dreier Hochbeete. Vor ihrer Buchhandlung in der Magdeburger Allee hatte sie im Frühjahr die fruchtbare Erde mit allerlei Essbarem bepflanzt, hatte sich mit Freude und aus Überzeugung in den glühend heißen Sommerwochen gemeinsam mit Nachbarn, Leuten aus dem Viertel und ihren Kunden um das essbare Grün vor der Ladentür gekümmert. Gemeinsam hatten sie alle dafür gesorgt, dass die heranwachsenden Leckerbissen gut wachsen und gedeihen konnten. Viele, viele Gießkannen mit dem kostbaren Wasser beförderten die fleißigen Stadtgärtner aus dem Keller zu den drei Hochbeeten.

Für Erbsen, Bohnen Zucchini, Kräuter und für Johannisbeertomaten hat sich Christiane Mock entschieden, eine robuste Wildform. Mit Letzeren hatte sie immer wieder Passanten und ihre Bücherfreunde erfreut.

„Schädlinge und Krankheiten traten im Laufe des Jahres kaum auf und auch die Schnecken haben zum Glück nicht den Weg hinauf in die Hochbeete gefunden“, freut sich Christiane Mock, auch die von ihr gefürchtete Braunfäule der Tomaten blieb aus.
An den nicht weit von der Magdeburger Allee entfernten Standorten in der Geschwister-Scholl-Straße hingegen gab es zunächst eine regelrechte Blattlausplage, die aber zum Spätsommer dank zahlreicher Marienkäfergenerationen, die sich davon ernährt haben, zurückgegangen ist. Christiane Mock jedenfalls möchte das Projekt im nächsten Jahr gern fortsetzen, weil es niemand mit der Ernte „übertrieben“ hat. Gern will sie auch die angrenzenden Baumscheiben mit einbeziehen, weil das Gießen der Unterpflanzung auch den Bäumen zugutekommt.

Autor: B. Köhler   Quelle: Stadtverwaltung Erfurt  Fotos:  © Stadtverwaltung Erfurt / V. Gürtler

Christiane Mock hat mit allerlei Früchten die Herzen zukünftiger Stadtgärtner erreicht

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