Fischotter geschützt und gefördert – seit gestern auch in Kühnhausen

Seit 1974 galt der Fischotter in Thüringen als ausgestorben. 1996 haben Naturschützer wieder Fischotter an Unstrut, Saale, Werra und an der Weißen Elster gesichtet. Seit 2012 wird die Fischotter-Population aktiv gefördert. Die in ganz Europa streng geschützte Tierart erfährt nun auch in Kühnhausen am Ufer der Gera Unterstützung. Gestern wurde im Beisein von Umweltministerin Anja Siegesmund eine sog. Berme feierlich eingeweiht und – wenn man so will – den Ottern zur Nutzung überlassen.

Eine Berme ist Teil einer Böschung. In Kühnhausen wurde eine solche am Pfleiler der Brücke über die Gera aus Beton geschaffen. Die Erfahrung der Forscher zeigt, dass Fischotter solche Bermen nutzen, um die Fahrbahnen, die sich über einen Fluss spannen zu unterwandern, statt zu überqueren. Die häufigste Todesursache bei Fischottern ist, überfahren zu werden. Rund 250 Todesfälle von Fischottern im Straßenverkehr werden gemeldet, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. 65 Prozent der verkehrstoten Otter haben an Brückenbauwerken ihr Leben gelassen.

Bereits 22 solcher Bermen wurden inzwischen an Thüringer Flüssen gebaut, drei weitere sollen noch folgen in den nächsten zwölf Monaten. Dann ist das Modellprojekt, das 2012 seinen Anfang nahm, beendet. Für die Berme in Kühnhausen wurden 24.250 Euro netto investiert. Insgesamt 588.400 Euro stellt das Umweltministerium insgesamt für das Fischotter-Projekt zur Verfügung.

Sabrina Schulz, Projektleiterin bei der Deutschen Umwelthilfe, unterstrich am gestrigen Tage die große Verantwortung, die mit der Neuansiedlung der Fischotter verbunden ist. So gilt es, den Gewässerschutz voranzutreiben, Flüsse zu renaturieren. Dass überhaupt Fischotter wieder in unseren Gefilden leben, zeigt, dass die Flüsse wieder sauberer sind.

Autor: B. Köhler    Fotos: S. Forberg, B. Köhler

Berme in Kühnhausen

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