Renau-Wandbild kommt Mitte 2019 zum Moskauer Platz zurück

Voraussichtlich ab Mitte 2019 kann das Renau-Wandbild, das einst am Kultur- und Freizeitzentrum Moskauer Platz (KUFZ) beheimatet war, wieder betrachtet werden – dann am Nachfolge-Gebäude ‚Moskauer Meile’, teilt die Kulturdirektion der Stadt gemeinsam mit dem zentralen Finanzierungspartner, der Wüstenrot Stiftung, mit.

Das Wandbild, ein Mosaik des spanischen Künstlers Josep Renau mit dem Titel „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“, war nach dem Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz eingelagert worden und Eigentum des Investors der Moskauer Meile, der heutigen RTLL Unternehmensgruppe Zwickau. Von ihm wurde es als Sachspende der Stadt Erfurt überlassen. Parallel dazu konnte mit Unterstützung des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie der zentrale Finanzierungspartner für das Projekt gewonnen werden: die Wüstenrot Stiftung in Ludwigsburg. Sie ist eine der großen unabhängigen Stiftungen in Deutschland, die sich u.a. für architekturbezogene Kunst und junge Kulturwerte aus der Zeit nach 1945 interessiert, da deren Erhaltungswürdigkeit nach ihrer Auffassung oftmals noch nicht ausreichend anerkannt wird und sie deshalb besonders gefährdet sind. Das trifft oftmals auf bildnerisches Schaffen aus der DDR-Zeit zu, das häufig auf sozialistischen Realismus und ideologische Absichten reduziert worden ist.

Die Wüstenrot Stiftung hatte ein Projektbudget in Höhe von 300.000 Euro gebildet. Beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hatte die Stadt Erfurt ergänzende Mittel in Höhe von 60.000 Euro beantragt sowie im eigenen Haushalt für 2015/16 40.000 Euro Eigenmittel zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2016 sollten die Arbeiten eigentlich abgeschlossen und das Wandbild in neuem Glanz am Moskauer Platz wieder erlebbar sein.

Der Weg zur Umsetzung gestaltete sich allerdings komplizierter als gedacht: So wurde durch umfangreiche materialtechnische und kunsthistorische Forschungen bald klar, dass für das Wandbild eine aufwändige separate Trägerkonstruktion erstellt werden muss. In einer fast zwei Jahre andauernden Versuchsreihe mussten die Witterungseigenschaften des Glasmosaiks und seine Festigkeit und Haftfähigkeit auf den porösen und ungleichen Untergründen nachgewiesen werden.

Zudem wechselte das Nahversorgungszentrum zwischenzeitlich den Eigentümer, so dass auch hier Verhandlungen zum Neubau einer Trägerwand auf privatem Boden zu führen waren. Zuletzt verhinderten die angespannte Marktlage und die vollen Auftragsbücher der Betonwerke und der Restauratoren eine Wiederaufstellung des Wandbilds noch im Jahr 2018.

Das Projekt kostet aufgrund der vielen notwendigen Forschungsarbeiten, zusätzlicher Expertisen und Arbeiten sowie der veränderten Marktlage wesentlich mehr als ursprünglich geplant; veranschlagt wird aktuell ein Finanzierungsvolumen von ca. 700.000 Euro. Die zusätzlichen Kosten übernimmt die Wüstenrot Stiftung, die damit einen Beitrag zur Rettung besonders bedrohten kulturellen Erbes leisten möchte.

Wichtige Unterstützung erfährt das Projekt vom Förderverein Renau-Mosaik, der sich regelmäßig im Ortsteilzentrum Moskauer Platz trifft. Vorsitzender ist Ortsteilbürgermeister Torsten Haß.

Autor: B. Köhler   Foto: S. Forberg

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