Dunkler Dezember, wechselhaftes und zu warmes 2017

In den letzten Tagen durchdrang immer mal wieder die Sonne Wolkendecke und den Nebel und sorgte für vorsichtigen Optimismus und gute Laune. Denn der Dezember hat uns gequält – er war einer der dunkelsten seit langem. Wegen der meist vorherrschend starken Bewölkung erreichte er mit 30 Stunden nur 78 Prozent seines Solls von 38 Stunden im Bundesgebiet, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Den meisten Sonnenschein gab es mit 70 Stunden über dem Alpenvorland – also weit weg von uns.

Insgesamt fiel im Dezember mehr Schnee, als jeweils in den letzten Wintern zusammen. Bemerkenswert war, dass jeweils zu den Adventswochenenden Schnee fiel. Für weiße Weihnachten allerdings reichte das nicht.

Das gesamte letzte Jahr war in Deutschland erneut deutlich wärmer als der vieljährige Klimawert. Dazu gab es mehr Niederschläge und mehr Sonnenschein, meldet der Deutsche Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Das Wettergeschehen war sehr wechselhaft mit teils extremer Ausprägung. Der Januar begann mit teilweise strengen Nachtfrösten, im Februar schien der Winter bereits auf dem Rückzug zu sein, Im Flachland fiel verbreitet keine einzige Schneeflocke. Der März war der wärmste seit Messbeginn 1881. Im April folgte dann jedoch ein jäher Kälterückfall mit Minusgraden, der sich katastrophal auf die schon sehr weit fortgeschrittene Vegetation auswirkte. Nach nass-kühlem Beginn rollte bereits Ende Mai die erste Hitzewelle heran. Der Sommer präsentierte sich im Süden sehr heiß, im Norden eher kühl. Dabei herrschte zunächst Trockenheit, im Juli und August fiel dann oft reichlich Niederschlag. Auch der September verlief nass und dabei etwas zu kühl. Der Oktober gehörte dann wieder zu den wärmsten seit 1881. Die Orkane „Xavier“ und „Herwart“ forderten Menschenleben und verursachten große Schäden. Anfang November begann eine längere Niederschlagsperiode mit nur wenigen trockenen Tagen, die bis zum Jahresende anhielt. In der Adventszeit fiel gelegentlich auch im Flachland etwas Schnee, der jedoch bei Tauwetter immer wieder rasch verschwand.

2017 war unter den acht wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen 1881. Mit 9,6 Grad Celsius war das Jahr 2017 um 1,4 Grad wärmer als der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Bezogen auf die spätere Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 0,7 Grad. Am höchsten kletterte das Quecksilber am 22. Juni in Trier-Petrisberg mit 37,2 °C. Die kälteste Nacht verbuchte Reit im Winkl am 7. Januar mit -26,3 °C.

Mit rund 850 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf das Jahr sein Soll von 789 l/m² um acht Prozent. Die größte 24-stündige Menge fiel in Berlin-Tegel am 29. Juni mit 196,9 l/m². Die Eckertalsperre im Harz meldete am 25. Juli 163 l/m² und vom 24. bis zum 26. Juli sogar 302 l/m². Am meisten Regen und Schnee fiel am Nordrand der Alpen, mit örtlich über 2500 l/m². Am trockensten blieben der nördliche Oberrheingraben und das südöstliche Harzvorland, wo lokal weniger als 500 l/m² im gesamten Jahr zustande kamen. Die höchste Schneedecke meldete am 16. Januar in Reit im Winkl mit 74 cm.

Trotz des trüben Dezembers lag Zahl der Sonnenscheinstunden leicht im Plus. Mit etwa 1595 Stunden übertraf der Sonnenschein im Jahr 2017 sein Soll von 1528 Stunden um vier Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne im äußersten Südwesten mit fast 1980 Stunden, am wenigsten im Harz und Sauerland mit kaum 1200 Stunden.

Thüringen war mit 9,3 °C 2017 das zweitkälteste Bundesland. Der Niederschlag summierte sich auf etwa 795 l/m² und der Sonnenschein auf rund 1500 Stunden. Hagelgeschosse von bis zu 8 cm Durchmesser durchschlugen am 19. Mai in Mellingen bei Weimar Dachziegel und Dachfenster.

Autor: B. Köhler, Quelle Deutscher Wetterdienst    Fotos. B. Köhler

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