Weitere 2,3 Millionen für die Renaturierung der Gera

Das Wehr Teichmannshof wird abgerissen. Nachdem bereits das Wehr im Gisperslebener Kilianipark einer sanften Sohlgleite gewichen ist, wird mit dieser Maßnahme die Gera wieder ein Stück durchlässiger für Fische. Die nämlich wandern, um geeignete Laichplätze zu finden. An der Gera trafen bzw. treffen sie derzeit noch auf einige unüberwindliche Hindernisse. Das Wehr in Gispersleben gehörte ebenso dazu wie jetzt noch das in Höhe Teichmannshof. Eine zu große – wie es in der Fachsprache heißt – Fallhöhe (hier zwei Meter) unterbricht die Fischwanderung oder beendet sie schlimmstenfalls. Mit 16 Riegeln aus gewaltigen Natursteinblöcken soll der Höhenunterschied künftig sanft überwunden können. Die Gera wird an dieser Stelle nahezu doppelt so breit – rund 60 Meter. Die Ufer werden deutlich abgeflacht. Unten stehende Skizze verdeutlicht die geplante Umgestaltung.

Zunächst aber werden bis Ende Februar 290 Bäume gefällt, die im Areal am Ende wieder durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden, z.B. durch Ahorne, Erlen, Linden, Silberweiden u.a.m. Für die Vögel werden artgerechte Nistplätze positioniert.

Aus dem Bereich gilt es auch, rund 15.000 Tonnen Asche abzutransportieren und zu entsorgen. Hier befand sich einst die Aschedeponie des Gisperslebener Heizkraftwerkes. Nach heutigen Standards gilt die Asche als ökologisch nicht verträglich und ist fachgerecht zu entsorgen. Das Abrissvolumen der Wehranlage beträgt 500 Kubikmeter Stahl und Beton.

Die 16 Riegel mit unterschiedlicher Länge werden ohne Fundamente aus rund drei Tonnen schweren Natursteinquadern errichtet und mit kleinen Steinen die entstehenden Lücken verfüllt. Insgesamt 5.500 Tonnen Steine werden verbaut.

Diese Maßnahme zur Renaturierung der Gera ist der neunte und vorerst letzte Abschnitt zur Schaffung einer abwechslungsreichen – für Mensch und Tier gleichermaßen attraktiven Flusslandschaft. Verantwortet wird sie von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). 2,3 Millionen Euro werden investiert. Im November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. 


Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler

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