Marina mit Kindern 1995

Marina – die Geschichte eines stadtbekannten Elefanten

Marina war wohl Erfurts bekanntester und beliebtester Elefant. Seit dem 20. März ist das Skelett des 2003 verstorbenen Elefanten in einer Ausstellung im ehemaligen Elefantenhaus zu sehen, eingefügt in eine afrikanische Savannenlandschaft und überdimensionale Bilder prähistorischer und rezenter Elefanten.

1957 wurde Marina geboren. Ihr Mutter wurde beim Versuch, einen Bananenplantage zu plündern, erschossen. Daraufhin kam das Elefantenkind in eine Pflegestation in Ngangala na Bodio/Kongo und erhielt den afrikanischen Namen ‚Mbaya’. Im Mai 1960 hatte sie eine Rückenhöhe von 1,28 m und eine Stoßzahnlänge von sieben Zentimetern. Aus der Pflegestation kam Mbaya am 28. Juli 1960 in den Erfurter Zoo.

Aus Mbaya wird Marina:
Im Radio DDR forderte der ‚Sandmann‘ ab Oktober 1959 die Kinder auf, durch Einsendung von kleinen Elefantenbildchen, ihm zu helfen, ein kleines, verirrtes Elefantenmädchen wiederzufinden. Die Bildchen waren auf der Verpackung der Margarine ‚Marina‘ zu finden. Die VEB Öle und Fette hatten versprochen, für die Kosten des Elefanten aufzukommen. Rund 60.000 Kinder aus der ganzen Republik hatten im Frühjahr 1960 1,5 Millionen ‚Marina'-Bildchen eingesendet und warteten nun auf ‚Ihre’ Marina.

Rund eintausend Kilometer legte Marina auf einem LKW über Urwaldstraßen von Kongo bis nach Ostafrika zu einer Tierfarm zurück, um am 28. Juli endlich wohlbehalten in Erfurt mit Zwischenstation in Frankfurt/M.

Erste Unterkunft für den ersten Elefanten im Zoopark
Im Thüringer Zoopark war inzwischen für den kleinen Elefanten eine Garage auf dem Wirtschaftshof als Stall für die kalte Jahreszeit hergerichtet worden. Eine Umfriedung entstand aus alten Eisenbahnschienen. Der Fußboden wurde mit Holzpflaster versehen. Besucher konnten die Elefantenhalle betreten.  

Marina zeigte sich bei der Dressur als intelligenter Elefant. Gleich zu Beginn der siebziger Jahre beherrschte sie einige Dressurstücke, die man bei afrikanischen Elefanten damals selten sah: Liegetrick, Paradeschritt, Reiten. Auch für Sondereinsätze wie das Anschieben von Traktoren oder das Räumen der Wege von umgestürzten Bäumen eignete sich die Elefantenkuh. Marina war zudem die Leitkuh von Mondula, Safari und Aja, die seit 1974 hinzukamen. Ebenso von Csami und Seronga, die seit 1999 im Zoopark leben.  

Mit acht Jahren hatte Marina eine Höhe von 2,11 m erreicht, mit 18 Jahren wog sie gut 3 Tonnen, 1992 betrug ihr Gewicht: 3700 kg und hatte eine Schulterhöhe von 2,55 Metern.  Marina starb am 30. Juli 2003 im Zoopark und wurde im Phyletischen Museum Jena als Skelett ausgestellt. Jetzt ist sie wieder zurück in Erfurt.

Autor: B. Köhler   Fotos: Thüringer Zoopark Erfurt, Helma Trefz

Marina mit Elefanten 1993

Elefantenspaziergang in der Roten Berg Siedlung 1974

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