Entspannung und Erholung, Historie und Moderne, Kunst und Kultur

Was mit der Neugestaltung des Geländes rund um das ehemalige Garnisonslazarett gelang, ist bemerkenswert. Die historischen Gebäude, knapp 125 Jahre alt, wurden saniert, sofern dies nicht schon in der Vergangenheit geschah. Die vorhandene parkähnliche Fläche – einst der Lazarettgarten – wurde durch die Neuanpflanzung von Bäumen und Stauden, durch eine grundhafte Sanierung der vorhandenen und die Anlage neuer Wege und Flächen sichtlich aufgewertet. Historisches zu bewahren und durch eine moderne, den heutigen Bedürfnissen Rechnung tragende Gestaltung eine besondere Attraktivität zu verleihen, ist hier gelungen. Im Spannungsfeld zwischen Historie und Moderne hat sich ein Flair entwickelt, das einladend, entspannt und erholsam wirkt. Hier bietet sich dem Besucher die unaufgeregte Schönheit einer in sich stimmigen Anlage. Am vergangenen Donnerstag wurde sie offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Entstehen konnte dieser kleine und so schöne Park aus einer Vielzahl an Maßnahmen: 21 neue Bäume und 350 Sträucher gesellen sich zum alten Baumbestand. 42 Meter Hecke und Stauden auf rund 1.200 Quadratmetern wurden gepflanzt. Sitzbänke und große Liegepodeste laden zum Verweilen ein. Die Grünfläche wurde mit Naturstein eingefasst; so großzügig, dass man auch gut darauf sitzen kann. Eine neue Beleuchtungsanlage wurde installiert. 

Künftig werden sich hier weitere Künstler etablieren. An die Künstlerwerkstätten schließt sich eine Kreativfläche an mit Holzwänden in Betonoptik, die mit Graffiti-Kunst gestaltet werden. Die nicht versiegelte, sondern nur geschotterte Fläche erhält ihre Struktur durch Staudenbänder und -Karrees mit Astern, Gräsern, Salbei und Taglilien bepflanzt. 

Zehn sog. Klimabäume, also solche, die besonders resistent sind gegen Hitze und Trockenheit und alle anderen schädlichen Einflüsse, die es in Städten gibt, sind vom Leipziger Platz auf die Kreativfläche umgezogen. Bereits positionierte große Pflanzkübel warten auf weitere 14 Bäume. 

Der kleine Park hat neben all den genannten noch eine weitere wichtige Funktion: Er schafft einen barrierefreien Übergang von der Nordhäuser Straße zum Nordpark. Zudem wird im Anschluss an die BUGA hier ein Gastronomiebetrieb seine Pforten öffnen – in einem Klinkerflachbau mit Außenterrasse.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein eröffnete gestern die neugestaltete Anlage: „ Der Bereich präsentiert sich jetzt wie er sich noch nie präsentiert hat. Hier und entlang der Geraaue ist etwas geschaffen worden, das bleibt. Für die Menschen im Erfurter Norden bedeutet das eine Steigerung der Lebensqualität.“

6,3 Millionen Euro hat die Neugestaltung inklusive der Gebäudesanierungen gekostet, 2,7 Millionen Euro wurden als Fördermittel von Bund und Land bereits bewilligt. „Es ist der kleinste, der komplizierteste und teuerste Bereich geworden.“, resümiert Dr. Sascha Döll, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes anlässlich der Eröffnung. „Die Entscheidungen waren gut und richtig, auch wenn es anfangs schwierig war.“, ergänzt er. 

 

Autor: B. Köhler. Fotos: B. Köhler

Holzwänden in Betonoptik

Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Dr. Sascha Döll