Alles neu und eine Flaschenpost aus 1969

1969 wurde das Gebäude der jetzigen Grundschule Gispersleben errichtet. Seit Anfang letzten Jahres wird es grundhaft und umfassend saniert. Bis Ende 2022 wird ein zeitgemäßer, moderner Schulbau entstehen, der neuen Lehrmethoden ebenso Rechnung trägt wie den individuellen Bedürfnissen der Schüler und hohen energetischen Anforderungen.

Die Wärmedämmfassade ist aufgebracht, neue Fenster dort eingesetzt, wo sie im Laufe der letzten Jahre noch nicht erneuert worden waren. Das Heizsystem wird durch eine Wärmepumpe gespeist, die eine 100 Meter tiefe Erdbohrung erfordert hat. Der Einsatz einer solchen modernen und umweltfreundlichen Anlage ist ein Novum in Erfurter Schulen.

Künftig wird das Gebäude barrierefrei sein, ein Aufzug sorgt für den Zugang zu den Etagen für Schüler mit Handicap. Die Innentüren werden verbreitert. Nachdem bereits die der Straße zugewandte Front vom Baugerüst befreit ist, hat die Neugestaltung des Innenbereiches längst begonnen, nachdem vor rund einem Jahr der Rückbau begonnen hatte. 

Noch in diesem Jahr soll der Gussasphaltestrich eingebracht werden. Die Fußböden erhalten einen späterhin elastischen PVC-Belag. Am Farbkonzept für die Innenräume wird derzeit noch gearbeitet.

Im Kellergeschoss wurden Speiseraum und Küche neu angelegt. Rund 150 Quadratmeter nimmt der Speiseraum ein, halb so groß ist der Küchenbereich. Zwei Toilettenräume werden auch hier installiert. 

Der Übergang zwischen den beiden die Klassenräume beherbergenden Gebäudeteilen – der sog. Verbinder – wurde komplett neu gestaltet. Eine Pfosten-Riegel-Konstruktion der Fassade macht großflächige, bodentiefe Fensterelemente möglich, die den Bereich mit Licht durchfluten. 

Auch das Außengelände wird in die Kur genommen. Nachhaltige Spielgeräte werden installiert, Hof und Außenflächen neu angelegt. Allein dafür werden rund 3,5 Millionen Euro aufgewendet. Insgesamt wird die Modernisierung 10,5 Millionen Euro kosten, die über zwei Förderprogramme mit 4,5 Millionen Euro gestützt wird. Die Differenz trägt die Stadt.

Autor: B. Köhler. Fotos: S. Forberg

 

Speiseraum

Verbinder zwischen den Gebäudeteilen

Amtsleiter Arne Ott und Bürgermeisterin Anita Pietsch vor den markanten Figuren an der Fassade. Die Gisperslebener hatten sich vehement dafür eingesetzt, dass das Kunstwerk erhalten bleibt. 

 

Bei der Sanierung der Figuren fand man eine Flaschenpost, unterschrieben auch vom Künstler, der sie einst schuf – Eberhard Heiland. Er kreierte auch die Figuren am Brunnen der Völkerfreundschaft.