Oberbürgermeister Andreas Bausewein, Ortsteilbürgermeisterin Anita Pietsch, BUGA-Verantwortlicher und inzwischen Geschäftsführer der KoWo Alexander Hilge, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes Dr. Sascha Döll (v. l.) auf dem neuen Kleinkinderspielplatz

Ein Sechser im Lotto

Gispersleben. Gestern wurde der neu gestaltete Kiliani-Park offiziell seiner Bestimmung übergeben. Er markiert den Beginn oder das Ende – je nach Betrachtungsweise – Thüringens größten Landschaftsparkes, der bis zum Nordpark reicht und im Zuge der Bundesgartenschau, der Maßnahmen zur Stadtentwicklung und auch der bereits Jahre zuvor begonnenen Sicherungsmaßnahmen zum Hochwasserschutz entstand. 

Gispersleben profitiert wie unser gesamter Erfurter Norden von den Neuanlagen der Geraaue, sowohl im Sinne einer naturnäheren Gestaltung als auch eines spürbar erhöhten Erholungswertes. Der Kiliani-Park war schon immer durch seinen alten Baumbestand ein Idyll, das jedoch zuvor von der Optik leerstehender, verfallender Gebäude des Heizkraftwerkes und vom Tosen des Wassers am Wehr beeinträchtigt war. Das Areal des ehemaligen Heizkraftwerkes stellt nun eine Parkerweiterung dar mit Spielplätzen, Fitnessparcours und einem Festplatz für Open Air-Events. Am Beginn des Kilianiparks ist ein Bolzplatz entstanden mit stabilen Toren. Noch ist er eingezäunt, um der Grasansaat die nötige Ruhe zu verschaffen.

Das Wehr ist längst einer sog. Sohlgleite gewichen, mit deren Hilfe Fische die Gera auf der Suche nach geeigneten Laichplätzen gefahrlos durchwandern können – Abstürze aus großer Höhe gehören dadurch längst der Vergangenheit an. Auch die Geschwindigkeit des Wassers – erzeugt durch die strenge und schmale Einfassung in hohe Deiche ist verringert durch die Anlage eines Mäanders. Seine Kurven bremsen das Wasser. 

Der Gera-Radweg ist nun auch in diesem Bereich ausgebaut, asphaltiert und vor allem barrierefrei.

Folgende Fakten beziehen sich ausschließlich auf das Areal des Kiliani-Park, die Fläche des ehemaligen Heizkraftwerkes nicht mit eingerechnet:

Auf rund zweieinhalb Hektar Fläche wurden ein Kleinkindspielplatz, sieben große Sitzbänke, 14 Fahrradbügel errichtet. 37 Bäume wurden zu den Bestandsbäumen gesetzt. Es wurden 870 Quadratmeter Gehölzflächen mit 1.100 Planzen angelegt, darunter Spiersträucher, Schneeball, Rosen, Berberitzen u.a.m. Auf 230 Quadratmetern finden sich rund 3.000 Pflanzen wie  Immergrüne Bodendecker, Gräser und Blühstauden. Fast 10.000 Frühjahrsblüher erwarten die Parkbesucher mit ihrer Blütenpracht im Frühling.

400 Quadratmeter Pflasterfläche wurden geschaffen und auf 1.900 Quadratmeter erstreckt sich das erneuerte und ergänzte Wegenetz.

1,6 Millionen Euro wurden in die Parkanlage investiert, 83 Prozent stammen aus Fördermitteln. Der Kiliani-Park, der einst die Maßnahmen-Nummer im Rahmen der BUGA erhielt, wurde nun als letzter Abschnitt fertig gestellt. „Hier sieht man ganz speziell, was die BUGA bedeutet, nämlich Stadtentwicklung und erhöhte Lebensqualität.“, resümiert Oberbürgermeister Andreas Bausewein anlässlich der gestrigen Parkeröffnung.“

„Der Park wird gut angenommen. Die Bürger sind froh, zufrieden und dankbar. Das ist ein Sechster im Lotto für uns in Gispi. Mehr geht nicht.“, sagte Ortsteilbürgermeisterin Anita Pietsch.

Autor: B. Köhler.  Fotos: B. Köhler