Wieder da – 30 Meter lang, sieben Meter hoch

Gestern wurde nach aufwändiger Restaurierung das Großmosaik ‚Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik‘ des spanischen Künstlers Josep Renau an seinem neuen Platz an der Moskauer Meile feierlich eingeweiht. Was den neuen Platz betrifft, ist es eigentlich der alte – damals noch am Kultur- und Freizeitzentrum Moskauer Platz. Jetzt ist das Gebäude neu und die Konstruktion so erstellt, dass das international beachtete Kunstwerk nicht abhängig ist vom baulichen Zustand des Gebäudes. Sieben Meter hoch und 30 Meter lang erstrahlt das Wandbild nun in neuem Glanz.

Das Mosaik war vor dem Abriss des KUFZ in Containern eingelagert worden, das aus 70.000 Glasfliesen besteht. Nach Reinigung und Erfassung der Schäden und deren Dokumentation wurden zerbrochene Teile zusammengesetzt, wieder im Mosaik positioniert und die Fugen von hinten mit Sand verfüllt, anschließend ein sog. Ausgleichsmörtel aufgetragen, zur Verstärkung ein Armierungsgewebe eingebracht. Für fehlende Mosaiksteine wurden Platzhalter eingesetzt. 

In einem nächsten Schritt wurden die Teilflächen gewendet und die Mosaikoberfläche gereinigt. Die Fehlstellen wurden anschließend mit vorhandenen oder neuen Mosaiksteinen gefüllt. In einem letzten Arbeitsgang wurden die Einzelteile verfugt. In insgesamt 252 Teilflächen wurde das Mosaik auf speziell hergestellte Betonfertigteile aufgebracht, um sie vor kurzem wieder am neuen, resp. alten Standort positionieren zu können.

Die Wüstenrot-Stiftung, die Stadt und das Land Thüringen haben die Restaurierung finanziert, auch der Förderverein hat Gelder beigesteuert. Rund 815.000 Euro hat die Sanierung gekostet, mehr als das Doppelte der ursprünglich veranschlagten Kosten. Den Löwenanteil von 675.000 Euro steuerte die Wüstenrot-Stiftung bei. Es gehe darum, gefährdete, verschwundene oder versteckte DDR-Kunst der Allgemeinheit wieder zugänglich zu machen.

Zur Einweihung sprachen Ministerpräsident Bodo Ramelow, Oberbürgermeister Andreas Bausewein, Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung und Ortsteilbürgermeister Torsten Haß.

Autor: B. Köhler   Fotos: S. Forberg