Zu beiden Seiten der Brücke

Die Weihnacht war nicht weiß – wieder einmal. Immerhin aber gönnt uns der Winter gerade klare Frosttage bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Das inspiriert zu einem Spaziergang, der dort seinen Ausgangspunkt fand, wo sich derzeit noch die Fußgängerbrücke mit dem weinroten Geländer über die Straße der Nationen spannt.

Die Tage der Brücke sind gezählt, schon stehen unmittelbar neben ihr die tragenden Pfeiler der neuen Brücke. In einem von ihnen ist die Jahreszahl 2020 eingeprägt, man könnte auch sagen, die Fertigstellung in diesem gerade neu begonnenen Jahr ist ‚in Stein gemeißelt‘. Die neue Brücke wird länger, damit ihr Gefälle die Drei-Prozent-Marke einhält, die die Steigung haben darf, wenn die Brücke als barrierefrei gelten soll. Sie ist Bestandteil des Gera-Radweges, der nicht nur den Erfurter Norden mit der Innenstadt verbindet, sondern auch Kühnhausen und Gebesee und zahllose Orte auf der Gesamtstrecke von 75 Kilometern.

In Richtung Innenstadt ist – sozusagen an der Rückfront der Straße der Nationen viel Einladendes zu finden. Hier wurden die Ufer bereits vor Jahren so gestaltet, dass man sich gern aufhält. Selbst an einem Wintertag wie gestern sind hier Jogger, Radfahrer, Entenfütterer und Spaziergänger unterwegs. Für die Kids gibt es in unmittelbarer Nähe zwei Spielplätze und ein eingezäuntes Sportfeld.

Auf der anderen Seite – in Richtung Gispersleben – ist ebenfalls ein großer Spielplatz mit imposanten Geräten zu finden, zudem weitläufige Wiesen mit altem Baumbestand. Das Wehr Teichmannshof gibt es hier nicht mehr, die Sonne zaubert Glitzer auf den Fluss, in dem sich auch hier genau wie auf der anderen Seite die Enten tummeln und auf Fütterer warten. Allerdings kommt man derzeit nicht weit, denn der Fußweg ist gesperrt – Baustelle, wie fast überall entlang der Geraaue. Aber der Aufwand, der derzeit für die Neugestaltung betrieben wird, lohnt sich. Die Gelder der Bundesgartenschau werden unseren Stadtteil noch grüner machen.

Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler