Es wird schön in der Geraaue, aber können wir es erhalten?

Die Umgestaltungen der Geraaue tragen vielen Aspekten Rechnung. Und so ist es nicht nur die Bundesgartenschau 2021, die für diese Veränderungen steht. Auch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) und die Stadt haben Aktien an den wohl nachhaltigsten Veränderungen im Erfurter Norden.

So setzte die TLUG gezielte Maßnahmen um für eine größere Naturnähe der Gera. Sie befreite den Fluss an vielen Stellen aus dem einzwängenden Deichbau und ermöglichte z.B. den Fischen Wanderungen zu guten Laichplätzen, indem die beiden Wehre Kiliani-Park und Teichmannshof durch Sohlgleiten ersetzt wurden.
Die BUGA-Maßnahmen wiederum zielen auf eine attraktive, den Freizeitwert der Auen erhöhende Neugestaltung und ihre Maßnahmen korrespondieren eng mit den städtischen Aktivitäten. Mehr Treffpunkte, höhere Aufenthaltsqualität und das alles dauerhaft in Thüringens größtem Landschaftspark und mit einem komplett barrierefrei ausgebauten Geraradweg sind das Ziel. Sportstätten, Spiel- und Grillplätze – was hier entsteht, hat so kein anderer Stadtteil zu bieten.

Doch vermehrt stellen Baufirmen und Anwohner fest, dass es Menschen gibt, die die begonnenen Maßnahmen stören. Da werden Bauzäune mit eigens mitgebrachtem Werkzeug aufgehebelt, um mit Fahrrad oder zu Fuß die derzeit unterbrochenen Spazierrouten zu nutzen. Da wird über frischen Asphalt gelaufen, Baumaterial gestohlen, sogar der hölzerne Schutz von Bäumen demontiert, um – was auch immer damit zu tun? Unsere Leser berichten auch wiederholt von Verunreinigungen – überquellende Abfallbehälter sind dabei noch das geringste Übel. Es werden hohe Summen in unseren Stadtteil investiert, ohne Bundesgartenschau wäre dies undenkbar. Dennoch – auch wenn das Geld vom Bund, von Land und Kommune kommt, es ist unser aller hart erarbeitetes Steuergeld und wir sollten dafür das Bestmögliche bekommen und es nicht nur einige wenige (zer)stören lassen.

Jedes Jahr treffen sich Aktive, um bei Flur- und Uferfegen für Ordnung entlang unseres Flusses zu sorgen. Eigentlich würde es reichen, wenn alle ihre Abfälle mitnehmen und Verbotsschilder an Baustellen respektieren würden.

Autor: B. Köhler