Die Glasfassade wird neu: Die ehemals aus Betonelementen gefertigten 6-eckigen Scheibenrahmen werden ersetzt durch einen durchgängige Glasfassade. Damit das frühere Ambiente aber erhalten bleibt, wird mithilfe aufgezogener Folien die Sechseckstruktur nachempfunden.

Schön, funktional, gut durchdacht

Bis zum Beginn des neuen Schuljahres soll die Sanierung des Sportplatzgebäudes in der Essener Straße abgeschlossen sein, schätzt Kai Martin, Verantwortlicher für Baumaßnahmen an Sportanlagen des städtischen Sportbetriebes ein. Das multifunktionale Haus, das den Sportvereinen großartige Möglichkeiten für Trainings und Wettkämpfe offeriert, sucht in Erfurt seinesgleichen. Das in den 1970er Jahren errichtete Haus wurde entkernt. In die Gebäudehülle, deren Substanz sehr gut und solide ist, wurden neue Trockenbauwände eingezogen, um eine optimale Funktionalität zu sichern.

Neue Fenster wurden eingebaut, Leitungen wurden und werden noch verlegt für alle Vitalfunktionen – wie Elektro, Wasser, Abwasser und Medien. Ein Fahrstuhlschacht wurde gemauert. Der Estrich ist eingebracht, jetzt nehmen die Maler und Fußbodenleger das Objekt unter ihre Fittiche. Alle Räume erhalten einen Belag, der Multifunktionssaal Parkett, der Judo-Raum zusätzlich eine Fläche mit Matten auf einer Holzunterkonstruktion für Fallübungen. Die Decken bleiben in den meisten Bereichen offen, so dass die Beton-Stahlkonstruktion den Räumen ein angesagtes Industrieambiente verleihen. In wenigen Monaten wird das Haus sowohl für den Trainingsbetrieb als auch für Wettkämpfe verfügbar sein: Fußball, Rugby, Aikido, American Football, Gymnastik, Kraftsport, Judo, Billard, Leichtathletik und Schach.

Das Raumkonzept wurde optimiert, Verkehrsflächen wie Gänge und Flure reduziert und den Sport- und Sanitärräumen zugeschlagen. Die größten Räume können mittels Faltwänden unterteilt werden. Zu ihnen gehört auch ein Multifunktionssaal, der auch externen Nutzern zur Verfügung gestellt wird für Zusammenkünfte und Feiern. Nicht nur die Hauptnutzung durch die jeweiligen Vereine mit ihren spezifischen Sportarten, auch die ‚Infrastruktur‘ ist optimal angelegt. So sind den Bereichen jeweils in ausreichender Anzahl Umkleiden, Duschen und Toiletten zugeordnet. Mehrere Teeküchen und Aufenthaltsräume eröffnen Möglichkeiten für Teambesprechungen und Vereinssitzungen.

Die Kegelbahn bleibt im Inneren erhalten, Fassade, Fenster und Türen wurden und werden noch erneuert. Das Gebäude wird barrierefrei zugänglich, Menschen mit Bewegungseinschränkungen können über den Fahrstuhl die oberen Etagen erreichen. Im Außenbereich werden fünf Boxen zur Lagerung von Sportgeräten platziert, die zwischen 12 und 15 Quadratmetern groß sind. Die Außenbereiche werden neu gepflastert, das Grün bleibt erhalten, einen direkten Zugang zum Sportfeld soll es künftig geben.

Die Fassade ist durch farbige Gläser akzentuiert, bleibt aber sonst in dezentem Grau. Die Fugen, die sich aus der Beton-Riegel-Konstruktion ergeben, werden an der auskragenden Konstruktion sichtbar bleiben, im restlichen Bereich aber verschlossen und überputzt.

Ca. 3,4 Millionen kostet der Umbau, 2,7 Millionen davon trägt der Bund, 700.000 Euro die Stadt.

Autor: B. Köhler. Fotos: S. Forberg

 

Kai Martin, verantwortlicher Bauingenieur erläutert die Arbeiten und den Fortschritt am Bau.