Erdmassen bewegt, Profil erkennbar

Besonders augenfällig sind derzeit die Arbeiten an den Geraterrassen, die auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerkes an der Rieth- und Auenstraße entstehen. Bagger bewegen hier gewaltige Mengen Erdreich und modellieren eine terrassenförmig angelegte Uferlandschaft, die künftig den Zugang zum Fluss ermöglicht. Ein Beachvolleyballfeld, Panoramaschaukeln, ein Kleinkinderspielplatz und ein Picknick- und Grillplatz werden angelegt. Die Uferterrassen schaffen – ähnlich wie die gut besuchten Stufen an der Pappelstiegbrücke – einen attraktiven Aufenthaltsort an der Gera.

Eine Bienen- und Schmetterlingswiese wird hier natürliche Rückzugsräume für Käfer und viele andere Insekten bereithalten und auch die seit Jahren hier lebenden Ponys erhalten wieder eine Fläche.
Eine botanische Besonderheit ist in diesem Abschnitt der nördlichen Geraaue zu finden: Am Ufer stehen zwei echte Schwarzpappeln. Diese einheimische Baumart ist für die Pflanzengesellschaft der Aue charakteristisch und durch das Verschwinden solcher Auenwälder und die Einkreuzung der Hybridpappel selten geworden. Sie zählt zu den gefährdeten Pflanzenarten und ist daher besonders schützens- und erhaltenswert. Im Zuge der Umbaumaßnahmen in der nördlichen Geraaue sind Neupflanzungen von ca. 80 weiteren Schwarzpappeln geplant.

Das ehemalige Klärwerk in der Riethstraße wurde 1985 teilweise, 1988 vollständig stillgelegt. Der Abriss begann 1993, ein Teil des Geländes wurde in einen Sportplatz umgewandelt. 2004 verschwand der letzte Anlagenteil. Seit 15 Jahren liegt dieses Gelände brach und verwildert, schon viel länger ist es nicht öffentlich nutzbar. Die Kosten für die Umgestaltung des Teilabschnitts am ehemaligen Klärwerk liegen mit der Erneuerung des Radwegs und der Beleuchtung bei rund 2,7 Millionen Euro. Sie werden zu 85 Prozent vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und der Städtebau- sowie der Tourismusförderung des Freistaats Thüringens gedeckt.

Autor: B. Köhler.  Fotos: S. Forberg,  Grafik: Stadtverwaltung Erfurt