Gispersleben – das Dorf in der Stadt

Gispersleben hat in den letzten Jahren viele Veränderungen erfahren. Die Lage zu beiden Seiten der Gera mit vielen Grünbereichen macht den Ort zu einer attraktiven Wohnlage. Es wurde und wird viele gebaut, die Umgestaltungen sind sehenswert.
Der Amtmann-Kästner-Platz – Herzstück Gisperslebens – wurde 2018 nach grundhafter Sanierung feierlich eingeweiht. Dass er jetzt gepflastert ist, mit Parkbänken, Fahrradbügeln, großen Bäumen und Hülse für einen großen Weihnachtsbaum ausgestattet ist, war ein weiter Weg: 17 Jahre hat der Platz auf seine Sanierung warten müssen. 2011 gab es erste Versuche, Fördermittel zu erhalten, die dann schließlich 2015 in Höhe von 50 Prozent der Gesamtbaukosten, die rund eine halbe Million Euro betrugen, gewährt wurden.
Wenn dann auch der Investor mit der Sanierung des denkmalgeschützten und stark baufälligen Amtmann-Kästner-Hauses nach vielen zusätzlichen Auflagen mit der Sanierung beginnen kann, verschwindet ein Schandfleck an prominenter Stelle.

Im Kiliani-Park hat sich bereits vieles verändert. Das Wehr ist abgerissen worden, ebenso das alte Heizkraftwerk. Dessen Fläche wird modelliert zu einer sanften Hügellandschaft. Drei neue Spielplätze entstehen, von denen einer ganz im Zeichen der Inklusion steht und zum Beispiel Spielmöglichkeiten für Kinder im Rollstuhl bietet. Auch ein Trampolin des zukünftigen Trampolinspielplatzes lässt sich von Rollstuhlfahrern nutzen. Zusätzlich entsteht ein Fitnessparcours. Für die Gisperslebener und ihre Gäste wird ein Festplatz aufbereitet, der für diverse Veranstaltungen genutzt werden soll.

Viel Aufregung hatte es bei den Gisperslebenern gegeben, als das Wehr und die darüber führende Brücke abgerissen und damit die kürzeste und gefahrloseste Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen Viti und Kiliani für Fußgänger und Radfahrer gekappt worden war. Der Ersatz war zwar geplant, ließ aber einige Zeit auf sich warten. 2019 wurde das moderne Bauwerk dann feierlich eingeweiht.
Wenn die komplexe Umgestaltung der Geraaue und damit des Kiliani-Parks abgeschlossen ist, hat das für Gispersleben viele positive Auswirkungen. Naturnahe Anlagen, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, ein dann durchgängiger, barrierefreier Gera-Radweg werten die Ortslage noch einmal deutlich auf.

Es scheint, dass in Gispersleben, obwohl schon in den 1950er-Jahren nach Erfurt eingemeindet, sich dörfliche Strukturen, dörfliches Zusammenleben haben behaupten können, auch der Zusammenhalt. Das macht die Stärke des Ortes und seiner Menschen aus. Vereine und andere ehrenamtlich Tätige engagieren sich für ihr Dorf. Und das sieht man ihm an, denn hier wurde und wird viel bewegt.

Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler