Die neue Riethbrücke ist bald fertig

Die neue Brücke über die Gera an der Riethstraße ist weitestgehend fertiggestellt. Sie ersetzt ein stählernes, mehr als 100 Jahre altes Bauwerk, dessen Zustand seit langem nur noch eine einspurige Befahrbarkeit erlaubte. Es wurde vor rund einem Jahr in zwei Teile zerlegt, eingelagert und technisch überprüft – vielleicht erhält es ja noch ein weiteres Leben. Es war nicht der erste Umzug für die historische Brücke: Ab 1890 überspannte sie den Flutgraben hinter dem Bahnhof, bevor sie 1912 an ihren Standort im Rieth umzog.

Jetzt überspannt eine moderne Brückenkonstruktion aus Stahl und Beton die Gera – 30 Meter lang und elf Meter breit. Die Freigabe der Brücke für den Verkehr soll Ende des Jahres erfolgen, bis dahin sind an der Riethstraße noch Kanal- und Straßenbauarbeiten zu erledigen, Leitungen zu verlegen. Die sogenannten Böschungsschultern der Brücke können erst hergestellt werden, wenn die Bauarbeiten an der Straße beendet sind und die nötige Baufreiheit für die Brücke wieder gegeben ist.

Während der Bauphase wurde vorsichtig agiert, um die Fische nicht zu gefährden. Eine sogenannte Elektroabfischung wurde gemacht. Das ist ein Verfahren, bei dem die Fische leicht betäubt, dann aufgenommen und in einem anderen Bereich wieder ausgesetzt werden. Das war notwendig, damit bei den bevorstehenden Bauarbeiten direkt im Fluss die Fische nicht beeinträchtigt werden. Damit sie nicht in den Baustellenbereich zurückschwimmen konnten, wurde eine entsprechende Barriere errichtet.

Viele Arbeiten im Umfeld der Brücke waren nicht einfach. Zwei alte Entwässerungsbauwerke mussten eingekürzt werden. Sie ragten zu weit in die Gera hinein und lagen damit im Strömungsquerschnitt. Rund 1,7 Millionen Euro wurden in die neue Brücke investiert.

Autor: B. Köhler.  Fotos: S. Forberg