Artenschutz im Erfurter Zoo

Heute ist Tag des Artenschutzes. Erstmalig wurde im vergangenen Jahr im Erfurter Zoo ein Artenschutzprojekt ins Leben gerufen: der Himmelblaue Zwergtaggecko sowie sein Lebensraum – der Kimboza-Wald in Tansania sollen gerettet werden. Der Erfurter Zoo hat die Schirmherrschaft des Projekts übernommen.

Gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und der Vivaristischen Vereinigung e.V. soll die Umsetzung erfolgen. Europaweit sammeln Zoos, Museen und Botanische Gärten Geld für den Erhalt des Geckos und der Palmenart, auf der er lebt. Ziel des Projektes ist es, die Ausrottung des Geckos zu stoppen und seine Umwelt zu erhalten. Schon mit kleinen finanziellen Beiträgen kann hier jeder helfen, der sich mit dem Zoopark gemeinsam dafür engagieren möchte.  

Und das bereits jetzt schon mit vollem Erfolg: knapp 7.000 Euro wurden allein im vergangenen Jahr im Zoopark gesammelt. Die Besucher haben sich rege beteiligt und spendeten am Infostand zur Gecko-Kampagne oder nutzten den Spendenkreisel im Nashornhaus. Zusätzlich floss mit dem Kauf eines Zooführers je ein Euro in das Projekt. Auch der vom SSV Erfurt Nord initiierte Spendenlauf durch den Zoo brachte viel Geld ein.  

Das Geld wird hauptsächlich für die Ausbildung einer Anti-Wilderer-Einheit sowie von Brandwächtern eingesetzt. Sie werden für ihre Arbeit bezahlt, bekommen Dienstkleidung und Buschmesser sowie Handys für eine schnelle Brandmeldung. Die zentrale Aufgabe der Brandwächter besteht außerdem darin, Brandschneisen zu schaffen, damit Waldbrände nicht noch die letzten intakten Waldgebiete vernichten. So sind bereits 10 km Brandschneise gerodet worden.  

Jetzt soll die Rodung von invasiven Bäumen im Schutzgebiet beginnen, um der Pandanus-Palme, auf der der Gecko lebt, mehr Platz zu bieten. Warum er sich übrigens nur auf dieser einen Palmenart häuslich niederlässt, wird noch erforscht. Fest steht jedoch, dass er es warm und feucht mag, um Nachkommen zu zeugen.
Eine nächste Stufe wird sein, dass wir eine Aufklärungskampagne mit der ortsansässigen Universität planen. Die Schulkinder sollen lernen, ihre Natur wertzuschätzen und wir wollen nachhaltigen Ökotourismus aufbauen.  

Autor: B. Köhler. Foto: Thüringer Zoopark Erfurt