Einst gut geplantes Stadtgebiet

Die Vogelperspektive macht deutlich: Die Neubaugebiete des Erfurter Nordens sind aus städteplanerischer Sicht gut durchdacht. Hier wurden nicht einfach Wohnungen aus dem Boden gestampft und sog. Schlafstädte geschaffen, in denen es weder Einkaufsmöglichkeiten noch Kultur und Sport gab. Hier ist an alles gedacht: Der Sportplatz (heute Essener Straße), die alte Riethsporthalle, die Schwimmhalle, zwei große Kaufhallen, Ärztehäuser (damals Polikliniken).

Die große Freitreppe zum Tausend-Mann-Saal im Vilnius ist gut zu erkennen. Die Schüler der umliegenden Schulen hatten in diesem großen Saal ihre Mittagsversorgung, aber ebenso Abschlussbälle und am Wochenende war hier Disco. Das Vilnius selbst war ein Komplex, der Gastronomie, Einkauf und Kultur miteinander zu verbinden verstand. Auch interessant: Zwischen allen Gebäude gab es ausreichend Platz für Grünanlagen – schlichtweg Freiraum.

Die Plätze waren Treffpunkte für jedermann. Kunst im öffentlichen Raum gab es viel: Das große Wandgemälde am Vilnius, das Mosaik am Moskauer Platz, Skulpturen am Berliner Platz, die überlebensgroßen Figuren um den Brunnen der Völkerfreundschaft … Die Anbindung an die Innenstadt mit Bus und Straßenbahn, auch mit der Riethschleuder war gegeben.

Viel Spaß beim Betrachten und erinnern und einen guten Start in die neue Woche!

Autor: B. Köhler. Foto: Stadtarchiv Erfurt