Uferpark am ehemaligen Klärwerk – „Klärchen“ – ist fertig

Der zweieinhalb Hektar große Bereich am ehemaligen Klärwerk ist freigegeben. Rund 15 Jahre lang war das Gelände nach dem Abriss des letzten Anlagenteils eingezäunt, von Strauchwerk überwuchert und nicht nutzbar.

Besondere Herausforderung beim Bauen: Die alten Klärbecken befanden sich, mit Bauschutt verfüllt, noch im Boden. Insgesamt 8.000 Kubikmeter Erde wurden durchgesiebt, um den Abfall zu trennen. 1.600 Tonnen Bauschutt und rund 1.000 Tonnen Schlacke wurden ordnungsgemäß entsorgt. Von insgesamt 14.000 Kubikmeter Boden, der bewegt wurde, wurden 6.000 Kubikmeter wieder eingebaut.

Die Neugestaltung ist geprägt durch eine terrassenförmige Anlage bis zum Geraufer hinab mit 312 Granitquadern, die als Sitzstufen fungieren. Auf den Terrassen wurde riesige Sonnenliegen aus Holz platziert.

Ein Picknickplatz mit einem acht Meter langen Tisch aus Eichenholz und 19 Hockern lädt zum gemeinsamen Essen mit Freunden und Familie ein, sobald dies wieder erlaubt ist. Zwei Grills können genutzt werden. Drei Panoramaschaukeln, ein Beachvolleyballfeld und ein Kleinkinderspielplatz komplettieren Freizeitangebot.
Auch eine WC-Anlage steht zur Verfügung. Erreichbar ist das „Klärchen“ über den neuen Gera-Radweg. Rund 30 Fahrradbügel und ein Trinkbrunnen wurden aufgestellt.

Am Ufer wurde die Böschung mit Wasserbausteinen gestützt. Sie schützen bei Hochwasser unter anderem zwei Schwarzpappeln. Der Baum des Jahres 2006 ist durch den Rückgang von natürlichen Auenlandschaften und die Verdrängung durch die Hybridpappel gefährdet und daher besonders erhaltenswert.

Im hinteren Bereich des Areals wird eine 1.000 Quadratmeter große Wiesenfläche zum wertvollen Lebens- und Nahrungsraum für Bienen und Insekten. Am Sportlerheim, an dem es einen Biergarten geben wird, ist ein Baumhain aus Zierkirschen entstanden. Insgesamt 77 Bäume wurden gepflanzt, darunter Erlen, Weiden, Eichen und Elsbeere. Hinzu kommen mehr als 6.600 Sträucher und Heckenpflanzen, 12.500 Quadratmeter Rasenfläche wurden angelegt.

Das „Klärchen“ soll nicht nur zum Ort für Sport, Spiel und Erholung werden: Der amphitheaterartig angelegte Bereiche soll auch Schauplatz für Veranstaltungen sein.
Die Gesamtkosten für den Umbau liegen bei ca. 3,5 Millionen Euro. Rund 80 Prozent stammen aus Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE, Freifläche), aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur des Freistaats Thüringen (GRW, Radweg) sowie aus Städtebaufördermitteln (Beleuchtung und Entwicklungspflege).

Autor: B. Köhler Fotos: Stadtverwaltung Erfurt