Biber in der Geraaue

Es gibt wieder Biber in der Geraaue. Er war in Thüringen lange Zeit ausgestorben und ist erst seit 2007 hier wieder dauerhaft heimisch. Seitdem verbreitet er sich entlang der Flüsse. An der Gera fehlte er bislang noch. Mittlerweile deuten Funde, Fraßspuren und Aktivitäten darauf hin, dass der Biber auch in Erfurt wieder eine Heimat gefunden hat. Zuletzt wurde er direkt in der Innenstadt hinter dem Rathaus auf Wanderschaft entdeckt.

In der Geraaue fielen vor allem frische Fraßspuren an Bäumen und gefällte und entrindete Stämme auf. Damit die Baumpflanzungen der jüngeren Vergangenheit und die neu gestalteten Flächen der Geraaue keinen größeren Schaden nehmen, war es notwendig, sich über mögliche Schutzmaßnahmen zu verständigen. Eine Umsiedlung des Bibers kommt nicht in Betracht, weil benachbarte Reviere bereits besetzt sind und neue Biber nachkommen würden. Es kommt darauf an, die schützenswerten Bäume zu erhalten und gleichzeitig den Biber in seinem neuen Lebensraum zu begleiten, ggf. neue Pflanzungen vorzunehmen und Ruhebereiche zu schaffen.
Wichtig ist es deshalb, die Uferbereiche der Gewässer vor allem abends und nachts nicht zu betreten, keinen Müll zu hinterlassen und der Natur dort ihre notwendige Ruhe zu lassen. In den letzten Jahren wurden ausreichend Möglichkeiten geschaffen, die Ufer der Gewässer zu erleben. Diese sollen auch dafür genutzt werden, damit andere Bereiche Tieren und Pflanzen vorbehalten bleiben. Das nützt nicht nur dem Biber, sondern auch gerade brütenden Vögeln oder am Gewässer vorkommenden Fledermäusen.

Autor: B. Köhler. Fotos: M. Kammler