Kunst und (baufällige) Architektur

Alle waren da. Die Akteure und die Initiatoren einer kunstvollen Strategie, das Offensichtliche zu überdecken, und es damit – so widersprüchlich es klingt, in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Der Sanierungsstau am Glockenturm am Vilnius avancierte so zur Ausstellungsfläche für von Kindern gemalte Bilder und von Studierenden gestaltete Wände.

„Das Rieth blüht auf“, so der Titel des Projektes, das bis November im Rieth zu besichtigen ist. Kindergarten- und Schulkinder haben während der Notbetreuung in ihren Einrichtungen viele kreative Ideen zu Papier gebracht. Mit im Boot waren die Kita „Riethspatzen“, Otto-Lilienthal-Grundschule, das Altert-Schweitzer-Gymnasium. An Materialien war alles erlaubt, was den Gestaltungsprozess beförderte. Diese Bilder wurden auf wetterfeste Planen gedruckt und haben ihre erste Ausstellungsfläche an der Turmuhr im Rieth gefunden. Späterhin soll es weitere Ausstellungsmöglichkeiten für die Bilder geben.

Den zweiten Teil dieses Kunst-Projektes gestalteten Studierende der Fachrichtung Architektur der Fachhochschule Erfurt gemeinsam mit einem Künstlerpaar aus Berlin. Als Kunst am Bau wurde die erste von drei Ideen als sog. Paste-up direkt an der Turmuhr umgesetzt. Die Graffiti wurden bewusst an den Wänden belassen und die neuen Bilder dazugesetzt.

Als Dankeschön erhielten alle beteiligten Kinder und Jugendlichen eine Buga-Tageskarte, die die Stadtwerke zu Verfügung stellte – insgesamt 222 Stück.
Initiiert wurde dieses Kunst-Projekt vom Ortsteilrat Rieth, dem Stadtteilbüro Rieth (Projekt ThINKA Erfurt), dem Mitmenschen e.V. in Kooperation mit den Kunstlehrer*innen der Schulen und dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Erfurt. Die Eigentümer des gesamten Ensembles, Familie Kemmerich, hat tatkräftig Planung und Umsetzung unterstützt.

Ortsteilbürgermeister Wilfried Kulich unterstrich noch einmal wie wichtig die Sanierung des Gebäudeensembles ist und sieht es als eine Aufgabe für Bund, Land und Kommune. „Wir sind dran an diesem Thema, leicht ist es nicht.“, so seine Einschätzung.

Autor: B. Köhler. Fotos: S. Forberg