Wolfgang Hecker führt uns entlang der beeindruckenden Modellbahnanlage.
50 Jahre Riethschleuder – Brunnenfest gibt Einblicke
Die Erfurter S-Bahn, liebevoll auch „Riethschleuder“ genannt, hatte nur eine kurze Geschichte von knapp 20 Jahren. Ihre Basis aber wurde bereits vor 100 Jahren geschaffen. Darüber wissen einige Fachleute und Menschen mit einem ausgeprägten Interesse an der Geschichte der Eisenbahn mit all ihren interessanten technischen Entwicklungen Bescheid. Diese pflegen ihr Hobby unter anderem im Erfurter Eisenbahnclub 1965 e.V. in der Salinenstraße 141. Wir durften der beeindruckenden Modellbahnanlage von elf Metern Länge und vier Metern Breite einen Besuch abstatten und wurden fachkompetent von Wolfgang Hecker, dem zweiten Vereinsvorsitzenden, geführt.
37 Mitglieder zählt der 1965 gegründete Verein. Dienstags und samstags wird an der Anlage gebaut, werden Schienen und Gebäude montiert, Landschaften modelliert. 16 Modellbahn-Züge können hier zeitgleich fahren. Auf den angelegten Straßen bewegen sich Autos, eine Straßenbahn belebt die Szenerie zusätzlich. Zu sehen ist der Bahnhof Jena-Göschwitz – der Ursprung der Anlage – und der Bahnhof Erfurt-Ost. Zwischen beiden eine illustre, detailverliebte Landschaft mit Menschen, Gebäuden, Tunneln, viel Grün und eben jenen Bahngleisen, auf denen die Modellbahnen ihre Runden drehen. Unzählige Modell-Loks und Waggons, Zugschilder und Signale umfasst die Sammlung des Clubs zudem.
Wolfgang Hecker kennt sich mit der Geschichte der Eisenbahn und ihrer technischen Entwicklung bestens aus, schließlich war er selbst lange als Eisenbahner tätig. Seine Passion ist geblieben und so engagiert er sich dafür, dass das Wissen nicht verloren geht.
Derzeit arbeitet er an einer Nachbildung der ehemaligen Haltestelle der Riethschleuder in der Györer Straße, selbstverständlich gehört ein originalgetreu nachgebildeter Zug dazu. Selbst die Farbgebung des Waggons entspricht dem großen Vorbild. Mit diesem Modell und interessanten Publikationen zur Geschichte der Riethschleuder wird Wolfgang Hecker das diesjährige Brunnenfest am 30. Mai bereichern.
Und das, weil die ehemalige Haltestelle an der Györer Straße gerade eine grundhafte Neuanlage als grünes Refugium für Mensch und Tier erfährt, und weil die Riethschleuder vor genau 50 Jahren – im Mai 1976 – ihre Jungfernfahrt unternahm.
Wir freuen uns, in die Geschichte der Eisenbahn in Erfurt eintauchen zu dürfen unter fachkundiger Anleitung.
Fortsetzung folgt.
Mehr Infos zum Eisenbahnclub Erfurt unter www.eisenbahnclub-erfurt.de
Autor: B. Köhler, Fotos: B. Köhler
Der Bahnhof Jena- Göschwitz als Miniatur.




Umfangreiche Sammlungen

Viel historisches Material.
Die Riethschleuder in Originalfarben, als Teil der Nachbildung der Haltestelle Györer Straße.

