Die Hitze und Trockenheit dieses Sommers

    Der Deutsche Wetterdienst zeigt sich mit seinen bundesweiten Messungen besorgt ob der großen Trockenheit und der damit einhergehenden Brandgefahr in Wald und Flur.

    Die Böden sind derzeit ungewöhnlich stark ausgetrocknet. Die Entwicklung der Bodenfeuchte nahm dabei einen ähnlichen Verlauf wie in den Dürrejahren 2018 und 2022, Natur und Landwirtschaft werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. In der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands haben mehrere längere niederschlagsarme und sehr warme bis heiße Phasen, die mit einem hohen Wasserbedarf der Vegetation einhergingen, zu einer gravierenden Bodentrockenheit geführt. 

    Seit März wenig Regen 

    Schon seit März sind die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich. Lediglich in einem Streifen vom Münsterland bis zum Erzgebirge, von Südniedersachsen bis nach Mecklenburg und im Umfeld der Nordsee fielen die Regenmengen etwa durchschnittlich aus. Der Zeitraum von Anfang November bis Ende Juli fiel in Deutschland seit 1882 nur zwei Mal trockener aus. 

    Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft 

    Getreide und Raps reiften bei den seit Mitte Juni hohen Temperaturen rasch ab und die Ernte kam schnell voran. Die Trockenheit hatte auf diese Kulturen relativ geringe Auswirkungen. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die jetzt und in den kommenden Wochen einen hohen Wasserbedarf haben, leiden hingegen regional stark unter der Trockenheit, es drohen markante Schäden. Teils ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen, was Futterknappheit bei der Viehhaltung verursachen kann. Die extreme Hitze Ende Juni führte bei Obst zu ungewöhnlich starken Sonnenbrandschäden. Bei Obst und jungen Weinreben können derzeit gebietsweise nur mit Bewässerung große Schäden abgewendet werden. Die Wälder zehren meist noch von Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten. 

    Hohe Waldbrandgefahr 

    Die Anzahl von Tagen, an denen im Jahr 2026 bis einschließlich 2. August beim Waldbrandgefahrenindex mindestens Stufe 4 von 5 (hoch) erreicht wurde, liegt im Deutschlandmittel bei rund 22 Tagen. Im Mittel 1991 bis 2020 sind es bis zum 2. August nur etwa 10 Tage. Beim Graslandfeuerindex ist dieses Jahr eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen: Bei diesem Index gab es bis zum 2. August im Deutschlandmittel 33 Tage mit einer Stufe von mindestens 4, im Mittel 1991 bis 2020 sind es lediglich 18 Tage. In den vergangenen Wochen traten bereits zahlreiche Wald- und Feldbrände auf. 

    Deshalb der erneute Appell: Keine Zigarettenkippen wegwerfen, Autos nicht auf Grasflächen abstellen, die Hitze des Auspuffs ist in der Lage, Feuer zu entfachen. 

    In Thüringen betrug die Mitteltemperatur im Juli 19,0 °C. Der langjährige Mittelwert (16,4 °C) wurde somit um 2,6 Grad überboten. Dieser deutliche Überschuss war das Resultat von 15 bis 20 Sommertagen und teilweise bis zu zehn Tagen, an denen es über 30 °C gab. Die Krone setzte dem Ganzen das Monatsende auf, als die Quecksilbersäule lokal auf etwa 38 °C stieg. 

    Niederschlag war zu gering. Zwar wurden rund 42 l/m² Gesamtniederschlag gemessen, aber im Vergleich mit dem Klimareferenzwert (63 l/m²) deckte die Niederschlagssumme nur zu etwa zwei Dritteln das Soll ab. Die Sonne schien den fünften Monat in Folge an sehr vielen Tagen, so dass am Monatsende rund 256 Sonnenstunden (205 Stunden im Vergleich) gezählt werden konnten.

    Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) red. bearbeitet, Foto: AdobeStock

    egapark erfurt

      Wir benutzen Cookies

      Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.